Peter Paul Zahl

Zahl schrieb kritische Gedichte und Novellen und führte zusammen mit seiner Frau Ende der sechziger Jahren eine Druckerei. 1972 wurde er zu einem halben Jahr auf Bewährung verurteilt, weil er ein Plakat mit der Aufschrift »Freiheit für alle Gefangenen« gedruckt hatte. Das klang der Justiz zu terroristenfreundlich. Zahl druckte weiter, war aber zunehmend staatlichen Schikanen ausgesetzt. Er fühlte sich bedroht und besorgte sich deshalb eine Waffe. Im Dezember 1972 geriet er in eine Polizeikontrolle und floh. Es kam zu einem Schußwechsel, in dem ein Polizist schwer verwundet wurde. Auch Zahl wurde schwer verletzt und verhaftet. 1974 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung in Verbindung mit schwerem Widerstand gegen die Staatsgewalt zu vier Jahren verurteilt. Als aber 1976 die vier Jahre vorbei waren und Zahl freigelassen werden sollte, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Zahl wurde nun in gleicher Sache zu fünfzehn Jahren verurteilt, diesmal wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und Widerstands gegen Vollstreckungs­beamte in einem besonders schweren Fall. PPZ schrieb an Erich Fried: »meine strafhaft, erich, war am 14. 12. 76 vorbei. ich habe die verletzung des polizisten weder gewollt noch erlebt oder gesehen, ich wurde kurz danach 1 1/2 stunden in die mangel genommen. gut chilenisch. daraufhin monatelang isoliert, anfangs wochenlang in einer weißen stillen zelle. von der verletzung des anderen erfuhr ich nur mittelbar.«

—Gretchen Dutschke, Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben, (Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch1996), 430-431.

Wikipedia:

1971 klagten die Behörden Zahl wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten an und eröffneten erneut ein Verfahren gegen ihn. Es ging dabei um ein Plakat, das vom späteren RAF-Mitglied Holger Meins gestaltet worden war. Es trug den Titel Freiheit für alle Gefangenen! und war im Mai 1970 in der Druckerei beschlagnahmt worden. Die Darstellung bestand aus einer durch eine Eierhandgranate und Patronenhülsen stilisierten Sonnenblume, in deren Blütenblättern die Namen internationaler Guerilla– und Befreiungsbewegungen wie des „Vietcongs“ im damaligen Südvietnam, der Tupamaros in Uruguay und der Black Panther Party in den USA eingetragen waren.[13] Zahl wurde am 17. April 1972 zu einem halben Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.[14]

Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. 4. 1972 »Die Plakate wurden anläßlich des 1. Mai 1970 verbreitet.«:

Peter Paul Zahl Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. 4. 1972

 

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