Diesen demokratischen Boden habe es ja in ganz Deutschland nur auf dem Papier und nie in Wirklichkeit gegeben. »Die demokratische Republik war die neue politische Form. Die Wirtschaft aber änderte sich nicht. Auch die anderen Machtfaktoren, Militär, Bürokratie usw. nicht.« Früh also finden sich Über­zeugungen, denen er sein Leben lang treu bleiben wird: Politische Demokratie allein, schreibt er, gebe es nicht, soziale und kulturelle Demokratie gehörten zur wirklichen Demokratie hinzu.

—Peter Merseburger, Willy Brandt, (München: Pantheon Verlag, 2013), 26.

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Im besten Fall Naivität, im schlimmsten Fall zynische Propaganda

Heike Buchter, Die Zeit:

Für Amerikas Kritiker tritt durch die Corona-Krise und die Protestbewegung der Schwarzen daher nur offen zutage, was sie schon lange zu wissen glauben: dass der American Dream im besten Fall Naivität, im schlimmsten Fall zynische Propaganda ist. Doch das verkennt, dass der so oft geschmähte und noch öfter totgesagte American Dream ein wichtiges einendes Element für eine Nation darstellt, die keine gemeinsame Religion und nur bedingt eine gemeinsame Kultur und Sprache kennt. Eine solche Vision fehlt etwa der EU. Gegründet als Wirtschaftsgemeinschaft, droht der bürokratisch zusammengehaltene Staaten­bund bei jeder Krise aus­einander­zufallen. Darauf, dass jeder die gleichen Chancen auf Lebensglück und Wohlstand haben soll – auf dieses Ziel konnten sich die US-Amerikaner bis heute immer einigen.

Bei dem Streit, der jetzt ausgebrochen ist, geht es nicht zuletzt darum, wer ihn träumen darf. Trump verspricht ihn nur noch den­jenigen, die für ihn als wahre US-Amerikaner gelten. Wenn die Nation jedoch ihren Glauben an den American Dream für alle verliert, dann wird es sehr schwer sein, das zerrissene Land wieder zu einen. Und ohne eine gemeinsame Grundlage werden die notwendigen Reformen nicht möglich sein.

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Ein Mord führt in die Zelle, zigtausend Morde führen in den Konferenzsaal

SZ:

160 Staaten, 17 zwischenstaatliche Organisationen und 250 Nicht­regierungs­organisationen waren an der Vorbereitung, an der diplomatischen Bevoll­mächtigten­konferenz in Rom beteiligt. Es wurde der Grundstein gelegt für das erste unabhängige ständige Strafgericht der internationalen Staatengemeinschaft. 120 Staaten stimmten für den Text, sieben dagegen, 21 Staaten enthielten sich. Abgelehnt wurde das Statut von einer bemerkenswert ungewöhnlichen Allianz, bestehend aus China, Irak, Israel, Jemen, Katar, Libyen und den USA.

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FAZ:

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Wie alle linksgerichteten Juden, die ich im Umfeld meines Vaters kennenlernte, so auch Valtr und Luci Taub, waren oder schienen areligiös zu sein und im Übrigen völlig frei von antideutschen Affekten. Das Leid, das ihnen vom »Dritten Reich« zugefügt worden war, führten sie — und das war ihnen äußerst wichtig — nicht auf »rassische«, sondern auf politische Verfolgung zurück.

—Peter Brandt, Mit anderen Augen, (Bonn: Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, 2013), 47.

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RFK Februar 1962

Als Robert Kennedy, der US-amerikanische Justizminister und Bruder des Präsidenten, im Februar 1962 mit seiner Frau Ethel nach Berlin kam, äußerte er meinen Eltern gegen­über den Wunsch, vor seiner Abreise, die schon für den nächsten Vormittag angesetzt war, die Kinder zu sehen. Den Einwand, diese unterlägen der Schulpflicht, ließ er nicht gelten. Er würde selbst die Entschuldigung schreiben. Nun war ich darüber keineswegs begeistert. Diese Art Aufsehen war mir peinlich. Ich fragte mich, wie das bei der Lehrerschaft ankommen würde. Doch der vereinte Druck der elterlichen Regierung und der amerikanischen Supermacht war zu groß für meinen Widerstand. Lars und ich mussten zu »Bobbys« Verabschiedung auf den Flughafen Tempelhof kommen, wo dieser uns ein paar freundliche Worte widmete und haupt­sächlich die »Entschuldigung« schrieb: Wir hätten an »sehr wichtigen« Besprechungen teilnehmen müssen, die die »Freiheit der Vereinigten Staaten und Berlins betreffen«. Das war zwar witzig, aber anfangen konnten wir damit nichts.

—Peter Brandt, Mit anderen Augen, (Bonn: Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, 2013), 39‑40.

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1920 m. liepos 12 d.

Lietuvos ir Sovietų Rusijos taikos sutartis pasirašyta 1920 m. liepos 12 d. Maskvoje.

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Associated Press:

Dozens of U.S. Marines at two bases on the southern Japanese island of Okinawa have been infected with the coronavirus in what is feared to be a massive outbreak, Okinawa’s governor said Saturday, demanding an adequate explanation from the U.S. military.

Gov. Denny Tamaki said he could say only that a “few dozen” cases had been found recently because the U.S. military asked that the exact figure not be released.…

“Okinawans are shocked by what we were told (by the U.S. military),” Tamaki told a news conference. “We now have strong doubts that the U.S. military has taken adequate disease prevention measures.…”

The Marines did not immediately respond Saturday to an Associated Press inquiry about the latest outbreak.…

Local media reported that the Okinawan assembly adopted a resolution Friday protesting the U.S. military’s lack of transparency about its outbreak on base.

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July 11, 1995

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Wahlkampfmodus in der Heimat

FAZ:

Protest-Pose: Joe Biden im Wahlkampfmodus in seiner Heimat in Scranton

Präsidentschaftskandidat Biden skizziert sein Wirtschaftsprogramm: Wie sein Rivale will er mit Protektionismus begeistern – und er verschärft seinen Anti-Wall-Street-Populismus.…

Biden übernimmt nicht nur Teile von Trumps protektionistischer Agenda, er zeigt ähnlich wie dieser eine Fixierung auf alte Industriearbeit, die der durch Dienst­leistungen geprägten ökonomischen Realität immer weniger entspricht.…

Er verschärfte seinen schon früher anklingenden Anti-Wall-Street-Populismus mit den Worten: „Es ist schon lange über­fällig, den Shareholder-Kapitalismus zu beenden.“ Doch selbst diese Rhetorik ist Trumps Anti-Wall-Street-Reden im Wahlkampf 2016 nicht unähnlich.

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