Green agenda for the 2020s

Annalena Baerbock und Robert Habeck, FAZ:

Dies ist das entscheidende Jahrzehnt, eine klimaneutrale Wirtschaft auf den Weg zu bringen, unsere Industrie für die Zukunft zu rüsten und die Globalisierung fairer zu gestalten. Nur gemeinsam können Europa und Amerika global eine demokratische Alternative zum autoritären Hegemonialstreben Chinas bilden und ein Anker der Aufklärung, Prosperität und Stabilität in der Welt werden.

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Deutschland bleibt das Maß aller Dinge

Michaela Wiegel, FAZ:

Geblieben ist allerdings, was Präsident Emmanuel Macron die deutsche Krise des französischen Denkens nennt. Deutschland bleibt das Maß aller Dinge, ob bei der Pandemiebewältigung, der Demographie, der Familienpolitik oder der Wirtschaftsleistung – die Franzosen blicken immer über den Rhein, um ihre eigenen Ergebnisse zu bewerten.

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»Überstunden«, sagt Herr Mörschel lakonisch. Und zu Pinneberg zwinkernd: »Sie machen auch manchmal Überstunden, nicht wahr?«

»Ja«, sagt Pinneberg. »Ziemlich oft.«

»Aber ohne Bezahlung —?«

»Leider. Der Chef sagt … «

Herrn Mörschel interessiert nicht, was der Chef sagt. »Sehen Sie, darum wäre mir ein Arbeiter für meine Tochter lieber: wenn mein Karl Überstunden macht, kriegt er sie bezahlt.«

»Herr Kleinholz sagt … « beginnt Pinneberg von neuem.

»Was die Arbeitgeber sagen, junger Mann«, erklärt Herr Mörschel, »das wissen wir lange. Das Interessiert uns nicht. Was sie tun, das interessiert uns. Es gibt doch ‘nen Tarifvertrag bei euch, was?«

»Ich glaube«, sagt Pinneberg.

»Glaube ist Religionssache, damit hat ‘n Arbeiter nischt zu tun. Bestimmt gibt es ihn. Und da steht drin, daß Überstunden bezahlt werden müssen. Warum krieg ich ‘nen Schwiegersohn, dem sie nicht bezahlt werden ?«

Pinneberg zuckt die Achseln.

»Weil ihr nicht organisiert seid, ihr Angestellten«, erklärt ihm den Fall Herr Mörschel. »Weil kein Zusammenhang ist bei euch, keine Solidarität. Darum machen sie mit euch, was sie wollen.«

—Hans Fallada, Kleiner Mann – was nun?, (Stuttgart/München: Deutscher Bücherbund GmbH & Co.), 1985, 23.

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Joe Biden’s first 100 days

While the responses offered by politics to the questions posed by the restlessness of markets and their relentless endogenous pressures for expansion may differ, it is the dynamism of capitalist development that dictates the agenda of political choices, instead of the other way around. Comparative political economy, I claim, attributes too much autonomy to collective decisions and overlooks the fact that they can only be made under socio-economic conditions that are fundamentally not at the disposition of politics as instituted under democratic capitalism.

—Wolfgang Streeck, How Will Capitalism End?, (London: Verso, 2016), 221.

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Jonathan Cook, CounterPunch:

What we see here is the culmination of a festering culture war stoked by an unhealthy investment by both sides in a simple-minded and highly divisive identity politics.

Ω Ω Ω

There is a way out of the dead-end culture war that pits one tribe against the other. It is to formulate an alternative, popular politics based on class struggle – the 99 per cent against the 1 per cent. But neither the Republican nor the Democratic leaderships, or the respective medias that cheerlead them, has any interest in encouraging a political realignment of this sort.

The Democratic party is not a vehicle for class struggle, after all. Like the Republican party, it is designed to preserve the privileges of an elite. Its biggest donors, like the Republican’s, are drawn from Wall Street, Silicon Valley, Big Pharma, the arms industries. The political battle in the United States is between two parties of capital united by far more than divides them.

The shadow play of US politics is the enervating, antagonistic confrontation of identities described above. While ordinary Americans get stoked into a mutual tribal loathing by a corporate media that profits from this theatre of hate, the elite enjoys a free hand to pillage the planet and the commons.

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Jana Hensel, Die Zeit:

Wahrscheinlich deshalb habe ich mir nach ihrem Auftritt die Frage gestellt, was eigentlich passieren würde, wenn ich als Frau schriebe, Robert Habeck für den besseren Kandidaten zu halten. Ob das zu äußern, nicht ein gewagtes Unterfangen darstellt? Ob man mir als Frau, als Feministin, als beinahe Gleichaltrige nicht vorwerfen würde, mich ihr gegenüber nicht solidarisch zu verhalten? Mehr noch, ob man mir nicht absprechen würde, eine Feministin zu sein?

Ich will es dennoch einmal versuchen. Ich will beschreiben, warum ich es als Frau und Feministin für ebenso fortschrittlich halten würde, wenn eine so progressive Partei wie die Grünen sich in diesem Wahlkampf statt für eine Frau für einen Mann als Kanzlerkandidaten entschiede.

Ω Ω Ω

Auf eine Frau darf nun auch mal wieder ein Mann folgen, werden viele denken. Wobei man der Vollständigkeit halber erwähnen muss, dass sich in der Ära Merkel für Frauen vor allem in ökonomischer Hinsicht nicht viel verändert hat. Geschweige denn, dass mit einer Frau an der Spitze weitere Frauen in nennenswertem Umfang in verantwortungsvolle Positionen aufgestiegen wären. Deutschland also insgesamt weiblicher geworden wäre. Nein, im Gegenteil, die bittere, feministische Lehre der Merkel-Ära lautet: Die Frage, welche Partei die unverändert hohe strukturelle Ungleichheit in unserer Gesellschaft wirklich verändern will, ist weitaus zentraler. Das ist eine Aufgabe, die sich für Männer ebenso stellt wie für Frauen.

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BBC:

The main focus will be on presidential pardons, with US media suggesting a list of some 100 people is being considered.

The New York Times said some could be of criminals whose cases have been championed by justice activists.

More controversial names include Edward Snowden, Julian Assange and Mr Trump’s former adviser Stephen Bannon.

Friends of Joe Exotic, the star of the Netflix documentary Tiger King who is serving a 22-year sentence for his involvement in a murder-for-hire plot and animal abuse, are also hopeful he could be pardoned.

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Erlösung

Johanna Roth, Die Zeit:

Unter dem Eindruck des Terrors steht, zwangsläufig, auch jener Akt selbst, durch den der 46. Präsident ins Amt eingeführt werden soll. Was in den vergangenen Jahrzehnten eine Art demokratische Krönungsmesse war, wird für das liberale Amerika nun zur Teufelsaustreibung – mit Joe Biden als Exorzisten und Heilsbringer zugleich.

Übertriebene Metaphorik? Kaum. Es fällt derzeit nicht schwer, sich die USA als ein Land vorzustellen, das auf nichts weniger hofft als Erlösung. Erlösung zwar nach einem weltlichen Verständnis, aber doch von einer Seuche biblischen Ausmaßes, die das tägliche Leben beherrscht und Tausende Menschen dahinrafft, Erlösung von einem willkürlichen Tyrannen, der das Land gepackt hat und die Macht nicht hergeben will.

Ω Ω Ω

Aber Donald Trump ist keine Ursache, sondern ein Symptom. Symptom einer Gesellschaft, in der viele noch immer nicht akzeptieren wollen, dass dieses Land, seine Macht und sein Wohlstand allen gehören, die darin leben.

Ω Ω Ω

America United, so lautet das offizielle Motto der Amtseinführung 2021. Einigkeit ist nicht erst seit Joe Biden das große Sehnsuchts­versprechen der Wahlkämpfe in den USA. Nie schien Einigkeit ferner als jetzt. Es geht nicht länger nur um Fortschritt, es geht ums Existenzielle – um Versöhnung, auch von Heilung hat Biden in den vergangenen Monaten gesprochen.

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The Outside World

Guardian:

Mics on the outside, including inside a wind-noise reducing chamber, detect unwanted noise that is then cancelled out. Photograph: Samuel Gibbs/The Guardian


The ambient sound mode, which pipes the noise of the outside world into your ears, has four levels and can be automatically triggered when the earbuds detect you speaking. It works pretty well for quick conversations or hearing announcements but doesn’t sound as natural as the best available.

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Guardian:

While many welcomed Biden’s victory in November’s US election, more Europeans than not feel that after four years of Donald Trump the US cannot be trusted, according to the study by the European Council on Foreign Relations.

“Europeans like Biden, but they don’t think America will come back as a global leader,” said the thinktank’s director, Mark Leonard. “When George W Bush was president, they were divided about how America should use its power. With Biden entering the White House, they are divided about whether America has power at all.”

Ω Ω Ω

“It’s clear that the tumultuous Trump presidency has left an indelible imprint on Europe’s attitude towards the US,” said Ivan Krastev, chair of the Centre for Liberal Strategies, an NGO in Sofia, and an ECFR board member. “The majority of Europeans are now sceptical about the capacity of the US to shape the world. It makes many, rightly or wrongly, want to opt for a more independent role for the EU in the world.”

In their report, Leonard and Krastev note that while more than 60% of those polled believed the US was “broken”, most evaluated the EU and their own countries’ systems much more positively – an opportunity, they argue, to harness the collective power of the bloc for the benefit and protection of its citizens.

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