Funny how things turn out

Anthony Zurcher, BBC:

Sanders came very close to becoming the breakaway favourite to win the Democratic nomination. He ended up with the most votes after the extended, chaotic Iowa results were announced a week after the caucuses. In New Hampshire, he posted a narrow victory over Mayor Pete Buttigieg and the rest of the crowded field. Then he dominated Nevada, beating Biden by 26%.

That, it turned out, was the high water mark of the Sanders campaign.

It turned out it didn’t sweep the country.

Instead, Sanders ran headlong into a resurgent Biden, who posted a surprisingly strong win in South Carolina just a week later.

In political campaigns, things turn out. There are surprising wins. Billionaire-funded national organizations don’t pursue well thought out strategies, instead candidates enter and drop out of races in a random fashion, endorse or don’t endorse as the mood strikes them. It’s random. Things turn out.

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The problem is not policy, the problem is randomness, and evil.

BBC:

New York Governor Andrew Cuomo said the coronavirus is rippling through his state “with the same randomness, the same evil, that we saw on 9/11”.

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Wie geschaffen für diesen Moment in der Geschichte des Imperiums

Dorothea Hahn, taz:

Bernie Sanders ist einfach zu gut für das Weiße Haus. Er war der ehrlichste, der unabhängigste, der mutigste Kandidat. Er war der einzige, der mit einem Programm antrat, an dem er sein ganzes Leben gearbeitet hat und dem er immer treu geblieben ist.

Der demokratische Sozialist war wie geschaffen für diesen Moment in der Geschichte des Imperiums. Er hat den Finger in die Wunden eines tief gespaltenen Landes voller Ungerechtigkeiten und Gewalt im Inneren und Äußeren gehalten. Und er hat realistische Auswege angeboten.

Ω Ω Ω

Während DemokratInnen und RepublikanerInnen immer weiter am Mythos arbeiten, die USA seien das beste aller Länder, ein Vorbild für den Rest des Planeten und ein Paradies des vertikalen Aufstiegs, in dem jedeR Teil der Middle Class werden könne, hält Sanders seinen Landsleuten den Spiegel vor.

Ω Ω Ω

Mit einem Präsidenten Sanders hätte es Hoffnung auf Veränderung in den USA gegeben. Und ein paar Vorwahlen lang sah es tatsächlich so als, als wäre er der Favorit der Basis. Die Wende kam, als sich Anfang März das Establishment der Demokratischen Partei zusammenschloss, um den demokratischen Sozialisten zu verhindern. In einer Hauruckaktion Anfang März setzte die Partei Joe Biden als Kandidaten durch – einen Mann des Apparats, der alle Fehler der US-Politik der vergangenen Jahrzehnte mitgetragen hat.

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Die Augen verschließt

Angus Deaton:

Was die Dinge in den USA so viel schlimmer macht als anderswo, ist, dass es dort keinen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Vorbild gibt. Ein freier Markt garantiert keine Gesundheitsversorgung. Das ist seit Langem bekannt, aber die USA sind das einzige Land vergleichbaren Wohlstands, das die Augen vor dieser Tatsache verschließt.

Angus Deaton, Anne Case

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Amerika lässt seine Ärmsten sterben

Rieke Havertz, Die Zeit:

Es ist ein strukturelles Problem. Der fehlende Sozialstaat in den USA, die mangelnde Gesundheitsversorgung und das desaströse Krisen­management des Präsidenten treffen die Unterprivilegierten und Ärmsten das Landes am härtesten. Die immer noch in der amerikanischen DNA eingebrannte Idee, dass es in diesem Land jeder schaffen kann, wenn er nur genug Ehrgeiz hat, zeigt in diesen Tagen der Krise ihre ganze Scheinheiligkeit. Es ist nicht mehr als eine abgegriffene Phrase, ein Mythos. Mehr als 38 Millionen Amerikaner leben in Armut, ein Viertel von ihnen sind Afroamerikaner, nur Native Americans haben eine noch höhere Armutsquote.

Die Bürger verdienen mehr. Sie verdienen, dass sich ihre Regierung kümmert. Und die Schwächsten unter ihnen verdienen, dass sich in den Köpfen aller etwas verändert, die auf der privilegierten Seite Chicagos und des Landes leben, und daraus am 3. November, wenn sie einen neuen Präsidenten wählen, Konsequenzen ziehen.

“verdienen”? Was soll das heißen?

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Abashment

Lauren Gambino, Guardian:

In a livestream from his home in Vermont, Sanders formally announced that he was suspending his second bid for the presidency, capping what has been an extraordinary rise from relative obscurity to standard-bearer of the American left as an unabashed democratic socialist who championed the working class and called for political revolution.

In considering alternatives to this state, what would be the position of one who were abashed? “I feel a little self-conscious championing the working class”? “I am uncomfortable calling for political revolution”?

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Freedom in ‘murica

Elizabeth Bruenig, NYT:

And as Joe Biden prepares to mount a general election campaign based largely on the fantasy of going back to normal (meaning the Obama years), Mr. Sanders remains critical of life under the past administration.

There is so little freedom in the world. Even here, now, in our celebrated liberal democracy, social mobility is incredibly limited compared with that in countries of comparable development, and there appears to be very little we can do about it. One freedom that cannot be taken from you is your freedom not to like the status quo — your freedom to be angry, disaffected, unimpressed, your refusal to be cajoled, soothed or consoled with small tokens of influence devoid of real power. Mr. Sanders, ill tempered and impatient with pleasantries, embodied that freedom, and he offered it to you.

Here is the NYT in all its glory: “You of the unwashed classes are and will remain politically powerless. Embrace your freedom to be impotently angry, disaffected and unimpressed. #Resistance“.

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Der Zustand der Gesellschaft

Die Zeit:

Niemand soll sein Erspartes verlieren oder gar sterben müssen, weil er sich seine Medikamente oder den Arztbesuch nicht leisten kann. Dass dieses Minimum an solidarischer Fürsorge in der politischen und medialen Öffentlichkeit ganz überwiegend als nicht finanzierbar oder gar als “unamerikanisch” abgewiesen wurde, sagt eher etwas über den Zustand der Gesellschaft als über den Kandidaten. Bernie Sanders stand für ein Politikkonzept, das nicht von einer technokratischen Vorstellung politischer Machbarkeit geprägt ist, sondern von humanistischen Überzeugungen. “Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht”, das betonte Sanders wieder und wieder. Überhaupt wiederholte sich Sanders, ein Mann mit starkem New Yorker Akzent, häufig mit den immer gleichen Worten. Als wolle er den Wählern ihre Rechte und den Wert ihrer Existenz in den Verstand hinein­meißeln. Als wolle er ihnen auf diese Weise ein Selbstwertgefühl zurück­geben, das ihnen der Lebensalltag in den Vereinigten Staaten nicht mehr vermittelt. Sanders warb für die Vision einer besseren Gesellschaft, die schon verloren schien.

Ω Ω Ω

Stets geht es um die Selbstermächtigung einer Arbeiterklasse, die lange Zeit politisch nicht repräsentiert war und überhaupt erst wieder in den politischen Prozess integriert werden muss. Die US-Medien ignorierten die enorme Anziehungskraft seiner Kampagne für diese Menschen weitgehend.

Ω Ω Ω

Sanders’ Politik fußt auf der Überzeugung, dass es einen fundamentalen Interessen­unterschied zwischen Kapital und Arbeit gibt. Unerlässlich predigte er gegen “die Milliardärsklasse”, “die Großunternehmen”, das “obere Prozent”.

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I’m a social scientist

New York Times:

Mr. Navarro, who earned a doctorate in economics from Harvard, defended his position on Monday despite his lack of medical credentials. “Doctors disagree about things all the time. My qualifications in terms of looking at the science is that I’m a social scientist,” he said on CNN. “I have a Ph.D. And I understand how to read statistical studies, whether it’s in medicine, the law, economics or whatever.”

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