Wohlstand-Plebs

The American Way of Life:

Schon was sie essen und trinken, diese Bleichlinge, die nicht wissen, was Wein ist, diese Vitamin-Fresser, die kalten Tee trinken und Watte kauen und nicht wissen, was Brot ist, dieses Coca-Cola-Volk, das ich nicht mehr ausstehen kann –

Dabei lebe ich von ihrem Geld!

Was Amerika zu bieten hat: Komfort, die beste Installation der Welt, ready for use, die Welt als amerikanisiertes Vakuum, wo sie hinkommen, alles wird Highway, die Welt als Plakat-Wand zu beiden Seiten, ihre Städte, die keine sind, Illumination, am andern Morgen sieht man die leeren Gerüste, Klimbim, infantil, Reklame für Optimismus als Neon-Tapete vor der Nacht und vor dem Tod –

Noch im Badkleid sieht man ihnen an, daß sie Dollar haben; ihre Stimmen (wie an der Via Appia), nicht auszuhalten, ihre Gummi-Stimmen überall, Wohlstand-Plebs.

—Max Frisch, »Homo faber«, in Romane, Erzählungen, Tagebücher, (Frankfurt am MainSuhrkamp Verlag2008), 866-867.

Leave a comment

“”Pourquoy? dist Gargantua, ilz sont bons tout ce mois.” Et, tirant le bourdon, ensemble enleva le pellerin & le mangeoit très bien.”

Leave a comment

U.S. sending envoy on Israeli-Palestinian conflict. Some say action is belated

LA Times:

People inspect the rubble of a destroyed residential building that was hit by Israeli airstrikes in Gaza City on Wednesday (Adel Hana / Associated Press)

Leave a comment

Andreas Ross, FAZ:

Was Russland, Iran oder die Klimapolitik angeht, begnügt Biden sich bisher mit Versuchen, den Status quo ante Trump wiederherzustellen.

Leave a comment

Bad Schandau und Umgebung

Leave a comment

SZ:

Leave a comment

»Und seine letzten Worte waren: ›Soldaten, Soldaten.‹«

—Herbert Katscher, eyewitness to Dutschke’s shooting, in Ulrich Chaussy, »Rudi Dutschke«, (München: Droemer, 2018), 13.

Leave a comment

Warum ich nicht fragte, ob Hanna noch lebt, weiß ich nicht – vielleicht aus Angst, er würde mir sagen, Hanna sei nach Theresienstadt gekommen.

—Max Frisch, »Homo faber«, in Romane, Erzählungen, Tagebücher, (Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2008), 740.

I was at the main library last night looking for books on the Prague Spring when my attention was drawn to what appeared to be a colorful book of photos of Theresienstadt, which seemed to me odd, but it was, in fact, a nicely printed tour guide to Theresienstadt. That was the first thing that struck me at Terezín you know, “Visit the historic sites from the years 1940 – 1945.” Sometimes I almost feel an insistent finger poking me in the shoulder and hear a voice scolding “You only thought you were interested in that fickle wench History, but yes, that’s right, it’s me, Semiotics, I’m still here you big galoot, and you can’t just go on pretending to ignore me.”

Leave a comment

Leave a comment

Peter Paul Zahl

Zahl schrieb kritische Gedichte und Novellen und führte zusammen mit seiner Frau Ende der sechziger Jahren eine Druckerei. 1972 wurde er zu einem halben Jahr auf Bewährung verurteilt, weil er ein Plakat mit der Aufschrift »Freiheit für alle Gefangenen« gedruckt hatte. Das klang der Justiz zu terroristenfreundlich. Zahl druckte weiter, war aber zunehmend staatlichen Schikanen ausgesetzt. Er fühlte sich bedroht und besorgte sich deshalb eine Waffe. Im Dezember 1972 geriet er in eine Polizeikontrolle und floh. Es kam zu einem Schußwechsel, in dem ein Polizist schwer verwundet wurde. Auch Zahl wurde schwer verletzt und verhaftet. 1974 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung in Verbindung mit schwerem Widerstand gegen die Staatsgewalt zu vier Jahren verurteilt. Als aber 1976 die vier Jahre vorbei waren und Zahl freigelassen werden sollte, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Zahl wurde nun in gleicher Sache zu fünfzehn Jahren verurteilt, diesmal wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und Widerstands gegen Vollstreckungs­beamte in einem besonders schweren Fall. PPZ schrieb an Erich Fried: »meine strafhaft, erich, war am 14. 12. 76 vorbei. ich habe die verletzung des polizisten weder gewollt noch erlebt oder gesehen, ich wurde kurz danach 1 1/2 stunden in die mangel genommen. gut chilenisch. daraufhin monatelang isoliert, anfangs wochenlang in einer weißen stillen zelle. von der verletzung des anderen erfuhr ich nur mittelbar.«

—Gretchen Dutschke, Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben, (Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch1996), 430-431.

Wikipedia:

1971 klagten die Behörden Zahl wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten an und eröffneten erneut ein Verfahren gegen ihn. Es ging dabei um ein Plakat, das vom späteren RAF-Mitglied Holger Meins gestaltet worden war. Es trug den Titel Freiheit für alle Gefangenen! und war im Mai 1970 in der Druckerei beschlagnahmt worden. Die Darstellung bestand aus einer durch eine Eierhandgranate und Patronenhülsen stilisierten Sonnenblume, in deren Blütenblättern die Namen internationaler Guerilla– und Befreiungsbewegungen wie des „Vietcongs“ im damaligen Südvietnam, der Tupamaros in Uruguay und der Black Panther Party in den USA eingetragen waren.[13] Zahl wurde am 17. April 1972 zu einem halben Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.[14]

Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. 4. 1972 »Die Plakate wurden anläßlich des 1. Mai 1970 verbreitet.«:

Peter Paul Zahl Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. 4. 1972

 

Leave a comment